Aktien als Mittel der Kapitalbeschaffung?

Unternehmen brauchen genauso wie Privatpersonen ständig Kapital, um bestimmte Ausgaben finanzieren zu können. Die Kapitalbeschaffung ist bei den meisten Unternehmen eine sehr wichtige Aufgabe, denn nur selten können die Unternehmen alle Ausgaben mit vorhandenem Eigenkapital finanzieren. Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf welche Weise sich Unternehmen Kapital beschaffen können.

Abgesehen von den Banken, denen noch einige andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen, gibt es für sonstige Unternehmen vor allem drei Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung. Der erste Weg kann sein, von den Gesellschaftern höhere Einlagen zu fordern. Das kann zum Beispiel bei einer GmbH oder auch bei einer KG der Fall sein. Der zweite Weg, den im Prinzip alle Unternehmen beschreiten können, beinhaltet die Aufnahme von Krediten. Es gibt verschiedene Unternehmenskredite, die heutzutage von den Banken vergeben werden. Der Nachteil dieser Kapitalbeschaffung durch Kredite ist, dass diese Variante vergleichsweise teuer ist. Denn mitunter müssen die Unternehmen Zinsen in Höhe von zehn Prozent oder mehr zahlen. Es gibt aber noch einen dritten Weg der Kapitalbeschaffung, nämlich die Ausgabe von Aktien. Allerdings kommt dieser Weg natürlich nur für Unternehmen infrage, die in Form einer Aktiengesellschaft firmieren. Dabei muss es sich nicht zwingend um börsennotierte Unternehmen handeln, sondern die Ausgabe der Aktien kann mitunter auch außerhalb der Börse erfolgen.

Dennoch ist die Emission an der Börse der am häufigsten gewählte Weg, denn meistens machen ohnehin nur etwas größere Unternehmen von dieser Form der Kapitalbeschaffung Gebrauch. Der Vorteil der Aktien als Mittel zur Kapitalbeschaffung ist vor allem, dass auf diese Weise relativ hohe Kapitalsummen „gesammelt“ werden können. Diese Form der Kapitalbeschaffung hat aber auch deutliche Nachteile, über die sich das jeweilige Unternehmen im Klaren sein muss. Ein Nachteil ist zum Beispiel, dass die Käufer der Aktien zu Mitinhabern der Aktiengesellschaft werden. Sie haben in der Regel ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung und können auf diese Weise in gewissen Grenzen Einfluss auf die AG nehmen. Darüber hinaus ist die Emission von Aktien keine günstige Form der Kapitalbeschaffung. Denn die Platzierung der Aktien an der Börse wird meistens von mindestens einer Bank vorgenommen, was für das emittierende Unternehmen durchaus mit recht hohen Kosten verbunden sein kann.