Darlehensarten und Finanzierungsbausteine

Für die Finanzierung einer Immobilie gibt es ganz allgemein fünf verschiedene Formen. Dabei hat jede Darlehensart bestimmte Vor- und Nachteile. Eine allgemein Empfehlung ist deshalb nur schwer möglich, vielmehr kommt es immer auf den jeweiligen Einzelfall an. Bei einem Annuitätendarlehen muss man als Kreditnehmer nicht nur auf die Höhe der Zinsen, sondern auch auf die Art und Höhe der Tilgung achten. Die monatliche Belastung, die Annuität, setzt sich aus Zinsen und Tilgung zusammen.

Dabei bleiben die monatlichen Raten über die gesamte Laufzeit gleich, man hat also eine hohe Planungssicherheit, zudem sind in der Regel Sondertilgungen bis zu einer bestimmten Höhe möglich. Ein solches Darlehen ist vor allem für Käufer geeignet, die eine Immobilie selbst nutzen wollen, da es nicht besonders flexibel ist, falls unvorhergesehene Ereignisse passieren. Wer als Eigennutzer einer Immobilie bei den monatlichen Raten flexibel ist, kann auch ein Ratentilgungsdarlehen wählen. Hier werden Jahr für Jahr festgelegte Tilgungsraten gezahlt, wodurch die Zinszahlungen nach und nach immer niedriger werden. Über den gesamten Zeitraum gerechnet ist die absolute Summe, die für Zinsen gezahlt werden muss, geringer als bei einem Annuitätendarlehen, allerdings ist die Belastung gerade am Anfang deutlich höher. Ein Darlehen mit ausgesetzter Tilgung ist in erster Linie für Vermieter geeignet. Dabei sind die Belastungen am Beginn der Finanzierung relativ niedrig, gleichzeitig sollte man jedoch das gesparte Geld in Anlageprodukte investieren, die von der Bank normalerweise als Sicherheit verlangt werden.

Wenn bereits beim Abschluss des Kreditvertrags entsprechende Konditionen vereinbart werden, sind später auch jederzeit Sondertilgungen möglich. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn man einen Anstieg der Immobilienpreise erwartet und zudem niedrige Zinsen für den Kauf ausnutzen will. Ein Bausparvertrag ist bei vielen Hauskäufern ebenfalls beliebt. Jeden Monat wird dabei zunächst ein gewisser Betrag gespart, zudem weiß man bereits beim Vertragsabschluss, zu welchen Konditionen später ein Kredit möglich ist. Dessen Auszahlung ist möglich, sobald ein gewisser Betrag eingezahlt wurde, allerdings muss der Bausparvertrag dafür bereits einige Jahre vor Beginn der Finanzierung abgeschlossen werden. Zu guter Letzt gibt es das sogenannte Versicherungs-Darlehen. Der Zinssatz dafür ist oft vergleichsweise niedrig, monatlich werden lediglich Zinsen an die Bank gezahlt. Am Ende der Laufzeit wird das Darlehen in einer Summe getilgt; dazu wird zum Beispiel eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Aufgrund verschiedener Risiken, die kaum zu kalkulieren sind, eignet sich diese Darlehensform vor allem für Kapitalanleger.