Definition von Kupon Anleihen und Zertifikaten
Im Finanzbereich gibt es für Anleger diverse Arten von Erträgen, die mit der einen oder anderen Geldanlage erzielt werden können. Die meisten Anlageformen weisen sicherlich Zinsen als mögliche Rendite auf, aber insbesondere Wertpapiere beinhalten noch andere mögliche Ertragsarten, wie zum Beispiel Dividenden und Kursgewinne. Wer sich beispielsweise für ein Festgeldkonto entscheidet, der hat ausschließlich Zinsen als möglichen Ertrag.
Bei festverzinslichen Anleihen sind es ebenfalls die Zinsen, die stets einen Hauptteil des Ertrages ausmachen, wobei es hier zusätzlich auch noch Kursgewinne geben kann, falls der Anleger seine Rentenpapiere vor Ablauf verkauft. Wer schon einmal in festverzinsliche Wertpapiere investiert hat, der kennt vielleicht auch den Begriff des Kupons, der im Zusammenhang mit dem Ertrag häufig verwendet wird. Der Kupon ist im Prinzip ein Zinsschein, wobei der Begriff noch aus der Zeit stammt, in der Anleihen häufig in Form von effektiven Stücken verkauft wurden. Von einem effektiven Stück wird dann gesprochen, wenn das Wertpapier tatsächlich in physischer Form vorliegt, also die Urkunde beim Verkauf übergeben wird. Heute kommt der Handel mit effektiven Stücken nur noch sehr selten vor, denn die meisten Wertpapiere werden einfach durch Umbuchung vom einen auf das andere Depot übertragen. Aus dem Grund hat auch der Kupon als Zinsschein an Bedeutung verloren, denn auch die jeweiligen Zinsen werden dem Anleger automatisch gutgeschrieben und er muss den Zinsschein nicht – wie es früher der Fall war – bei der Bank einlösen.
Von Bedeutung ist der Zinsschein hingegen für solche Anleger, die zum Beispiel zu Hause oder im Banksafe noch effektive Stücke verwahren. In diesem Fall kann die Gutschrift der Zinsen natürlich nicht automatisch erfolgen, da der Bank häufig gar nicht bekannt ist, wer die effektiven Stücke besitzt. Eine Übertragung ist hier nämlich oftmals nur durch Übergabe der Wertpapiere möglich, sodass der Inhaber anonym bleiben kann. Wer diesem Fall seinen Ertrag haben möchte, der muss die jeweiligen Zinsscheine vom sogenannten Mantel (also vom eigentlichen Wertpapier) trennen und kann diese dann bei der Bank einlösen. Die Zinsscheine werden in diesem Fall entwertet, denn natürlich muss die Bank dafür sorgen, dass ein Zinsschein nicht zweimal eingelöst werden kann. Wichtig ist für Anleger zu beachten, dass die Zinsscheine nach einer gewissen Zeit ihre Gültigkeit verlieren, sodass nicht vergessen werden sollte, die entsprechenden Kupons rechtzeitig einzulösen.